Vegan for Fit – Die Challengeauswertung

In den letzen 30 Tagen lief das Leben im Hause Sprotti deutlich anders ! Die Attila Hildmann Vegan for fit Challenge stand an und hat unsere Ernährung komplett umgekrempelt.
Doch bevor ich mit meinem Fazit starte, auf das einige meiner Instagram-Follower warten, beginne ich erst einmal kurz mit einem Bericht darüber wie ich überhaupt zur Challenge gekommen bin.

Ich bin durch Freundinnen auf das Buch Vegan for fit – Die Attila Hildmann 30-Tage Challenge aufmerksam geworden und habe es in einer Buchhandlung spontan zur Hand genommen. Von dem was ich da gelesen habe und der Aufmachung war ich so angetan, dass ich spontan beschloss die Challenge mitzumachen und nahm das Buch kurzentschlossen mit.

Dann galt es den richtigen Zeitpunkt zu finden, denn wir hatten noch einen Urlaub geplant und sollten noch Besuch von lieben Freunden bekommen, denen wir die vegane und noch zusätzlich verschärfte Ernährungsweise nicht antun wollten.
Als der richtige Zeitpunkt gefunden war, stellten wir eine Einkaufsliste zusammen, denn für die Challenge bedurfte es umfangreicher Einkäufe von Lebensmitteln, deren Existenz mit bis dato gar nicht bekannt war um einen Grundstock zu schaffen. So wusste ich nicht, dass es viele verschiedene Nussmuse gibt, geschweige denn was man damit alles machen kann.

Also brauchten wir alle unseren nichtveganen Restbestände auf und schufen Platz für die Challenge-Lebensmittel.

Strenge Challengeteilnehmer waren nur mein Mann und ich, doch unsere zwei Kinder mussten zu den gemeinsamen Abendmahlzeiten auch das vegane Essen zu sich nehmen, unveganes gab es bei uns in der Zeit gar nichts. Das eine Kind hat allerdings im Kindergarten eine omnivore Ernährung und auch das andere Kind hat mittags zumindest eine vegetarische Ernährung gehabt.

Besonders heftig erschien uns gar nicht so sehr der Verzicht auf Nahrungsmittel tierischen Ursprungs, viel extremer erschien es uns, auch auf unseren geliebten Caffé Latte oder zumindest Espresso verzichten zu müssen, keine Weißmehlprodukte mehr zu uns nehmen zu dürfen, weitestgehend alle kohlehydrathaltigen Lebensmittel meiden zu müssen, keinen raffinierten Zucker benutzen durften und (das fanden wir nicht sonderlich schlimm) auf Alkohol zu verzichten. Auch dass man nach 19 Uhr nichts mehr essen durfte war für uns eine enorme Umstellung.

Und es war auch so, in den ersten Tagen haben wir richtig gemerkt wie der Körper „Entzugs erscheinungen“ zeigte, am Morgen wurde ich gar nicht richtig wach und auch tagsüber gab es Phasen extremer Müdigkeit. Auch mit Kopfschmerzen hatte ich in der ersten Zeit ganz schön zu kämpfen. Am meisten machte mir aber die ganze Beschaffung der Lebensmittel und das ganze Vorbereiten der Speisen zu schaffen. Denn es ist so, dass alles ganz frisch und bio sein soll. Und schon zum Frühstück gibt es nicht mehr, wie bei uns sonst üblich, Toastbrot oder selbstgebackenes Brot mit vielen leckeren Marmeladen oder gar Nussnougatcreme.
Nein, es gibt viele verschiedene Frühstücksvariationen, die alle mehr oder weniger erhöhten Zusatzaufwand benötigen. Alles eine Frage der Routine, wie wir später merkten. Dann gibt es Mittags eine warme Mahlzeit (welches wir am Anfang teilweise sogar am Abend vorgekocht haben, damit mein Mann es mit zur Arbeit nehmen kann) und auch am Abend eine warme Mahlzeit. Auch hier gehörten wir in der Vergangenheit eher zur AbendBROT-Liga.
So kam ich mir anfangs teilweise vor wie ein Lemming, der tagtäglich zum Einkaufen in diverse Biomärkte wieselt, dann nach Hause flitzt um Essen zu machen, weil das eine Kind gleich aus der Schule kommt und Hunger mitbringt. Also wurden schnell mal zwei verschiedende Mahlzeiten zubereitet/aufgewärmt. Das Aufräumen und Abwaschen der gefühlten 100 Schalen und Schälchen zum Abwiegen und Abmessen von Zutaten, denn alles MUSS genau abgewogen und abgemessen werden, und Abwaschen der Töpfe und Pfannen nervt auch. Das Ganze geht dann für die Abendmahlzeit gleich wieder von Vorne los. Unsere Spülmaschine war im Dauerbetrieb !

Ich muss sagen, das hat mich in den ersten Tagen ganz schön fertig gemacht und zwar sogar so sehr, dass ich überlegt habe aufzuhören bevor die erste Woche geschafft war.
Zum Glück habe ich dann aber über Instagram entsprechenden Zuspruch und Ratschläge erhalten, die mich dann zum Glück doch am Ball bleiben ließen.

Und tatsächlich: Nach der ersten Woche wurde der neue Tagesablauf gewohnter, eine bessere Vorausplanung verschaffte mir etwas Luft und ich fühlte mich besser, mein Körper hatte sich an die Ernährungsumstellung gewöhnt und es ging mir merklich besser, ja sogar besser als vor der Challenge.

Ein weiterer Teil der Challenge ist es, viel Sport zu machen und sich viel zu bewegen. Auch das habe ich absolut beherzigt, ich habe alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt und bin 3-4 Mal pro Woche zum Sport gegangen. Und es hat richtig Spaß gemacht !

Nach einer Woche konnte ich dann schon eine Gewichtsreduktion von 1kg feststellen. Insgesamt war es sicher etwas mehr Gewichtsreduktion als die Waage angezeigt hat, denn ich habe in der gleichen Zeit auch Muskulatur aufgebaut.
Das war dann auch wieder eine weitere Motivation.

An das neue Frühstück haben wir uns schnell gewöhnt, es ist sehr abwechslungsreich, schmeckt lecker und hält unheimlich lang vor. Wirklich erst zur Mittagszeit kommt etwas Hunger auf. Das ist beeindruckend. Das Mittagessen ist meist absolut ausreichend und auch wieder so sättigend, dass man wieder gut bis zum Abend hungerfrei weiterkommt. Bekommt man doch mal etwas Hunger gibt es diverse Snackvorschläge, wir haben uns aber auf Amaranthriegel eingeschossen, die superlecker sind und wo einer wieder ganz schön lange sättigt.

Zum Mittag gab es nun meist das am Vortag entsprechend in größerer Menge gekochte Abendessen. So entspannte sich die Kochlage deutlich.

Was die Rezepte angeht kann ich sagen, dass fast alle unheimlich gut schmeckende Gerichte ergeben. Einzig dass man ja auf kohlehydrathaltige Nahrungsmittel verzichtet, also auch auf Pasta, ist etwas komisch denn Spaghetti gibt es zwar, aber die Nudeln werden aus Zucchini gemacht, genauso wie die Lasagneplatten.
Das hat uns am Anfang auch noch sehr gut geschmeckt, allerdings haben wir im Laufe der 30 Tage dann doch gemerkt, das die Zucchini doch ganz schön oft in den Gerichten vertreten ist und irgendwann zum Ende der Challenge hin durfte ich mir anhören ich möge doch bitte mal was kochen wo KEINE ZUCCHINI drin ist.

Merke: –      Zucchini ist dann erst mal in nächster Zeit bei uns nicht mehr zu finden ! –

Aber es fehlten uns weder Fleisch, noch Milch oder Eier. Die Gerichte waren (oft durch Verwendung von Nussmusen) absolut vollwertig und rundum zufriedenstellend. Oft wird Tofu als „Fleischersatz“ verwendet, wobei ich der Überzeugung bin dass man die Gerichte unabhängig betrachten muss und nicht ständig mit bekannten Fleischgerichten verglichen werden sollte. Denn als Hackfleischersatz zum Beispiel bei einer Bolognesesauce funktioniert Tofu absolut perfekt, aber in anderen Bereichen schmeckt er einfach ganz anders, ist nicht mit Fleisch zu vergleichen, schmeckt aber sehr gut.

Einzig die angegebene Zeitplanung bei den Rezepten hat mir so einige Male die Zornesröte ins Gesicht steigen lassen. Steht doch bei den meisten Gerichten (allerdings meist auch nur für 2 Personen berechnet) eine Zeitangabe für die Zubereitung von ca. 30 Minuten. Wo ich dann aber (sicherlich zum Teil auch der Tatsache geschuldet, dass ich gleich für vier Personen koche) locker mal eine Stunde Dies und Das kleinschnibble, hacke und abwiege, ohne dass ich überhaupt schon was gekocht habe. O.K., meist ist die Vorbereitungszeit die längste Zeit, das Gericht ist dann schnell gekocht. Aber man sollte es einfach wissen, wenn man die Challenge nicht allein durchzieht, sondern zu zweit und auch noch Kinder mitessen, ist der Zeitaufwand deutlich höher.

UND ! Auch der finanzielle Aufwand ist, wenn man für eine ganze Familie vegan, bio und frisch einkauft deutlich erhöht. Allein die ganzen Nussmuse schlagen ganz schön ins Kontor, die ganzen hochwertigen Öle sind teuer, überhaupt sind die Zutaten, die man zum Teil nur im Reformhaus oder im Bioladen bekommt, deutlich teurer. Dafür aber ja auch einfach hochwertiger, gewissensentlastend weil fair gehandelt und umweltschonend angebaut. Man muss sich auf Dauer einfach überlegen was man möchte. Und schauen dass man alles, was es gibt eben bei d*m* kauft, auch andere Läden haben inzwischen eine beachtliche Bioauswahl. Man muss sich wirklich die Mühe machen und die Preise vergleichen.
Zu Beginn kommt man auch nicht um die Anschaffung einiger Gerätschaften herum, an erster Stelle zu nennen einen qualitativ hochwertigen Mixer, mit dem man auch heiße Nahrungsmittel zerkleinern kann.

Wir haben lange hin und her überlegt welchen Mixer wir uns anschaffen. Klar war, dass er auf jeden Fall Eis zerkleinern muss, denn dann kann man ihn auch challengekonform benutzen. Im Buch wird der Vitamix empfohlen, doch der ist preislich unserer Meinung wirklich jenseits von gut und böse und dann auch nicht wirklich ein Schmuckstück. So haben wir uns dann nach einem Tipp für den Philips HR2084/90 Standmixer 650 Watt entschieden. Wir sind mit dem Mixer, der ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis hat, absolut zufrieden. Er hat uns gut durch die Challenge begleitet und wird uns auch weiterhin gute Dienste leisten.

Aber nun wieder weiter zum Challengefazit: Auch der Kaffee fehlt mir nicht mehr, es ist überhaupt so dass ich inzwischen so dermaßen auf diese Ernährung eingependelt bin, dass ich an allem einfach vorbeigehen kann ohne Appetit darauf zu bekommen. So begegnen mir auf der Straße immer wieder Leute die gerade genüsslich in Fastfood beißen – das kratzt mich nicht. Waffelgeruch, der mir sonst das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, er lässt mich absolut kalt. Eigentlich kann ich jetzt am Ende der Challenge sagen dass ich auf nichts Heißhunger habe, dass ich morgen nicht ganz dringend etwas essen muss, das mir in den letzten 30 Tagen „verboten“ war.
Das finde ich ist ein sehr gutes Zeichen. Ich kann sagen dass ich deutlich achtsamer geworden bin was Nahrungsmittel angeht, dass mein Horizont diesbezüglich deutlich erweitert wurde.

Ich habe in den 30 Tagen 4,7 Kilo abgenommen und fühle mich sehr, sehr gut. Ich bin in der Zeit nicht erkältet gewesen, obwohl mein Sohn sich im Kindergarten eine dicke Erkältung eingefangen hat und ich mir sowas normalerweise dann auch gleich anlache. Also wurde auch eindeutig mein Immunsystem gestärkt !
Ich schlafe deutlich besser, wache am Morgen absolut ausgeschlafen auf (bin normalerweise ein totaler Morgenmuffel) und freue mich schon auf das leckere Frühstück. Wunden heilen schneller. Die ganze Verdauung wird umgekrempelt und ändert sich durch die ganze pflanzliche Kost merklich. Zum Vorteil !!!

Meine Haut ist besser geworden, auch wenn sie vorher schon sehr gut geworden ist durch meinen Wechsel der Pflegeprodukte auf Hauschka.

Was wollen wir beibehalten ?

Wir werden auf jeden Fall weiter auf Zucker verzichten, wir benutzen Zuckerersatzstoffe wie Apfeldicksaft oder Reissirup und testen uns da einfach mal durch. Während der Challenge haben wir Agavendicksaft genutzt, allerdings ist dieser auf Dauer nicht empfehlenswert, da er sehr fructosehaltig ist.

Wir werden auch weiterhin auf Kuhmilch verzichten.

Ich werde mal antesten wie mir ein Caffe Latte mit Hafermilch schmeckt, ansonsten habe ich mich inzwischen sehr an grünen Tee zum Frühstück gewöhnt und kann mir gut vorstellen viel seltener Kaffee zu trinken.

Wir werden an mindestens drei Tagen der Woche vegan essen, die restlichen Tage zumindest vegetarisch essen, eventuell einen Tag in der Woche Fleisch essen (Ich erst mal nicht, ich habe einfach keinen Appetit darauf).

Außerdem werden wir auch weiterhin nach 19 Uhr nichts mehr essen, wenn es sich einrichten lässt wird vor 19 Uhr zu Abend gegessen.

Ich werde auch weiterhin 2-3 Liter am Tag trinken und zwar nur noch Wasser oder grünen Tee, ab und zu einen Smoothie als Leckerli. Und natürlich auch mal einen Espresso, oder einen Matcha Latte. Auch Naschkram wird bei mir nicht mehr so im Fokus stehen (stand es zwar vorher auch nicht, aber am Abend habe ich doch ganz gerne mal genascht)

Und ich erledige auch in Zukunft möglichst alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Selbst mein Mann, der dem Ganzen am Anfang skeptisch gegenüberstand ist von der Challenge begeistert und stolz, dass wir sie durchgehalten haben und was für ein tolles Ergebnis sie für uns gebracht hat. Er hat eine deutlich größere Gewichtsabnahme.

Ich wollte von Anfang an nicht so viel abnehmen und habe ja, obwohl ich in der letzten Woche keinen Sport mehr machen konnte, doch mehr abgenommen als geplant. Und ich habe wirklich immer gut gegessen und keinen Hunger gelitten.

Diese Challenge ist absolut empfehlenswert und ein jeder kann und sollte sich einen Ruck geben und es ausprobieren. Nach den 30 Tagen steht es ja jedem frei wieder nach eigenem Gusto zu essen oder sogar doch vegan zu bleiben. Es ist für jeden auf jeden Fall ein echter Gewinn an Erkenntnis dass der Körper auch ohne all die leeren Kohlehydrate klar kommt, dass der Hunger kein ständiger Begleiter sein muss, dass man sich bei allem was man so unterwegs mal essen möchte überlegen sollte, ob es sich wirklich lohnt.

Was den finanziellen und zeitlichen Aufwand angeht, es ist eine Investition in die Gesundheit !

In den nächsten Tagen werde ich auch ein paar Fotos einstellen und etwas zu den verschiedenen Gerichten schreiben.

Und ? Habt ihr die Challenge schon gemacht und wie sind eure Erfahrungen damit? Oder konnte ich euch dazu motivieren es auch mal auszuprobieren ?

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3 Responses to Vegan for Fit – Die Challengeauswertung

  1. minerva sagt:

    Hi! Danke für diesen Bericht 😉 Ich werde das ganze ja hier alleine wagen… maximal der Teenie macht mit, der durch die Lactoseintoleranz eh schon ziemlich eingeschränkt ist. Magst du mir verraten, welchen Mixer du gekauft hast?
    Grüße, Minerva

  2. Riccci sagt:

    Liebe Sprotti,

    vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Klingt wirklich sehr interessant und ich finde gut, dass du auch die „negativen“ Seiten (Kosten, Zeitaufwand) aufführst.

    Ich habe einen Monat lang die „Reboot with Joe“ Saft-Diät gemacht, was sich etwas schwierig gestaltete, da ich viele Lebensmittelallergien, insbesondere Obst und Gemüse (Banane, Zucchini usw.), habe.

    Nachdem du mit deinem „Projekt“ begonnen hast habe ich mir das auch Buch gekauft. Da ich bisher eh einmal wöchentlich Vegan Koche, spiele ich auch mit dem Gedanken diese 30 Tage anzugehen. Was mir jedoch Sorgen bereitet ist der zeitliche Aufwand. Arbeit, Familie, Haushalt, Doktorarbeit… die Belastung ist so auch schon riesig und eine ausgewogene Ernährung hinzubekommen ist eine Herausforderung.

    Freue mich schon auf deine weiteren Berichte zu dem Thema und werde auch noch mal in mich gehen wann ich mich an die 30 Tage wage! Denn wie auch du schon festgestellt hast, der richtige Zeitpunkt ist entscheidend. Ich denke es ist vielleicht auch nicht schlecht, wenn man diese Challenge im Urlaub beginnt…..

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